Über mich

Ich arbeite als freie Autorin, Sängerin und Regisseurin. Ich liebe das Theater und finde mich mittlerweile genau zwischen den Brettern die die Welt bedeuten und den Nächten am Klavier als Songwriterin wieder.

 

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Über den Wolken

Aktualisiert: 2. Okt 2019

Der Wecker klingelt, normaler Weise würde mein ganzer Körper alles dafür tun noch länger im Bett liegen bleiben zu dürfen - aber nicht heute. Es geht tatsächlich los. Der Rucksack liegt neben mir auf dem Boden, das Haus ist ruhig. Mein Rücken tut etwas weh, da ich auf einer Matratze bei Freunden meine letzte Nacht in München verbracht habe.


Morgenstund hat Gold im Mund - da ist schon etwas dran. So viele Gedanken wirren in meinem Kopf umher, ich freue mich - gleichzeitig habe ich aber auch panische Angst alleine auf so eine lange Reise zu gehen. Ich habe noch nie den europäischen Kontinent verlassen, ich bin noch nie so lange unterwegs gewesen. Da sind sie ja wieder: Meine Zweifel. Aber dafür ist nun keine Zeit. Mit dem Taxi geht's zur S-Bahn und dann: "ab dafür zum Flughafen!"


Bordkarte im Briefkasten?


Sicherlich werden mir auf dieser Reise so einige Abenteuer passieren - das aber gleich die erste Geschichte am Flughafen wartet, habe ich nicht erwartet. Meine Augen sind noch nicht ganz offen, als ich mein Gepäck am Check-In-Schalter abgebe.


Da ich dieses „Last-Minute“-Feeling manchmal schon fast provoziere, muss ich am Flughafen dringend noch einen Brief an meine Krankenkasse abschicken. Also schlendere ich nach dem Check-Inn mit meinem Brief und meiner Bordkarte Richtung Briefkasten.


Zu dumm nur, dass ich die Bordkarte in den Briefkasten werfe und mich nach 10 Metern frage, warum ich den Brief immer noch in der Hand halte. Die Mitarbeiter am Schalter haben ziemlich lachen müssen, so etwas haben die Herren vermutlich noch nicht erlebt. Na, ja - ist ja schön wenn man so früh am Morgen schon jemanden zum Lachen bringt. Was lerne ich daraus? Unbedingt Kaffee trinken, bevor ich das Haus verlasse.



Ich reise tatsächlich nach Asien!


Dann geht es in den Flieger. An dieses Bauchkribbeln während dem Start werde ich mich einfach nie gewöhnen - Das Flugzeug hebt ab, doch ich bin irgendwie schwer. Es ist, als würde mein Körper noch in München bleiben wollen und versucht mit verwirrenden Gedanken mich wieder auf den Boden zu ziehen. Doch „über den Wolken, muss die Freiheit wohl Grenzenlos sein“ - das stimmt.


Ich reise tatsächlich nach Asien! Was für ein Gefühl - Weg mit der Angst, weg mit den Zweifeln, die nächsten Wochen und Monate gehören mir allein. Ich darf essen, machen und schreiben was ich will. Ich will Musik machen, Menschen Begegnen, ins Theater gehen und die Momente einfangen oder einfach nur die ganzen Eindrücke auf mich wirken lassen.


Meine Auge wandern von Wolke zu Wolke und mein Atem beruhigt sich langsam. Da ist sie wieder - diese eine Frage: Warum mache ich diese Reise eigentlich?

Ganz allein für mich: Um mich in der Ferne zu suchen, um Gedanken ohne den Lärm von Alltag und Arbeit um mich herum nach zu gehen und vor allem um den Unfall, der mir im letzten Jahr wiederfahren ist, zu verarbeiten.



Als ich im letzten Juli einen schweren Motorradunfall hatte, trieb mich der Gedanke, wieder Musik und Theater machen zu dürfen, an. Nach nur drei Monaten stand ich auf Krücken in der ersten Probe am Theater - für manche mag es verrückt wirken, aber mich hat mein Job motiviert und mich sicherlich schneller wieder gesund werden lassen. Aber gesund heißt, nach so einem traumatischen Erlebnis, eben nicht nur körperlich wieder fit werden, sondern auch seelisch.


Vielleicht finde ich eine Antwort ...


Seit Jahren mache ich Musik, seit Jahre mache ich Theater - Durch meinen Unfall ändert sich daran zwar nichts, aber ich hinterfrage doch viel schneller die Ereignisse um mich herum.


Was will ich im Leben? Was will ich mit meiner Musik erreichen? Was will ich als Regisseurin oder Autorin im Theater erreichen? Diese Fragen packe ich in meinen Koffer und nehme sie mit in den Flieger nach Asien. Vielleicht finde ich eine Antwort - aber vielleicht finde ich auch etwas ganz anderes. Wer weiß?




Das Leben ist voller Ironie und komischer Wendungen. Ich möchte mir endlich Zeit für die großen Fragen nehmen: Was? Warum? Wieso? - Alles was ich auf dieser Entdeckungsreise finde, werde ich hier sehr gerne mit euch teilen. Vielleicht kann ich jemanden motivieren sich seine eigenen Träume zu erfüllen oder inspirieren etwas neues auszuprobieren - das wäre das schönste was passieren könnte.


Die Welt steht offen - Begleite mich hier auf dem größten Abenteuer meines bisherigen Lebens!


Eure Mira Mond




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